Lapixa Abmahnung wegen Fotoklau erhalten?


Neuer Abmahn-Service fordert Schadenersatz

Das Legal-Tech-Unternehmen Lapixa GmbH aus Berlin verschickt im Auftrag von Fotografen Abmahnungen an Websitebetreiber, die Forderungen nach Lizenzgebühren und Inkassogebühren enthalten. Hintergrund ist die Verletzung von Bildrechten auf Websites durch Bilderklau. Die selbsternannten „Rechtsexperten für Urheberrechtsverletzungen“ fordern von dem Betreiber der Website einen hohen Schadenersatz. Daneben sei der Abgemahnte zur Erstattung von Inkassogebühren verpflichtet. Lesen Sie weiter, was von der Forderung zu halten ist und wie man sich gegen eine Lapixa-Abmahnung wehren kann.

Lapixa Abmahnung

Wie funktioniert der Lapixa-Abmahn-Service?

Nach Informationen auf der Website können Fotografen dort kostenlos ihre Fotos hochladen. Sodann durchsucht die Software von Lapixa rund um die Uhr das Internet nach diesen Bildern und speichert die Fundstellen. Die Verwendung von Bildern ohne Zustimmung des Rechteinhabers stellt eine sogenannte Urheberrechtsverletzung dar. Der Abmahn-Service stellt für diese illegale Verwendung der Fotos eine Entschädigung in Aussicht.

Entdeckt der Rechteinhaber eine Bildrechtsverletzung, kann er die Verstöße beim „Rechtsteam“ von Lapixa einreichen. Die Verfolgung der Verstöße erfolgt ohne Risiko für den Fotografen. Laut der AGB behält Lapixa eine Erfolgsprovision in Höhe von 43% der vereinnahmten Erlöse. Das Unternehmen beschreibt sein Geschäftsmodell als „Win-Win-Situation für alle Beteiligten“. Da sich der Verletzer die enormen Kosten einer anwaltlichen Abmahnung spart, kommt der Service von Lapixa sogar ihm zugute.

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Was ist eine Lapixa Abmahnung?

Nach Einreichung des Falls beginnt das Berliner Start-up mit der Durchsetzung der Bildrechte bzw. der Forderung. Beauftragt man einen Anwalt mit der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen an ihren Bildern, macht dieser in der Regel Ansprüche auf Unterlassung, Auskunft, Schadenersatz und Anwaltskosten geltend. So sieht es eine Abmahnung nach dem Urheberrechtsgesetz vor. Demgegenüber beschränkt sich Lapixa auf Geldforderungen in Form von Lizenzgebühren und Inkassogebühren. Die Inkassogebühren betragen in einem Beispiel € 90,00 und der errechnete Schadenersatz € 1830,00. Eine Unterlassungserklärung wird nicht gefordert. Dennoch kann man dieses Inkassoschreiben als Abmahnung bezeichnen. Schließlich verweist das Schreiben auf eine Rechtsverletzung und fordert Unterlassung sowie Schadenersatz.

Inkassogebühren

Die Forderungen von Lapixa sind sehr hoch und müssen rechtlich geprüft werden. Bereits die Inkassogebühren bereiten Probleme. Voraussetzung für die Erstattungsfähigkeit von Inkassogebühren ist eine fällige Hauptforderung und ein Verzug des Schuldners. Inkassofirmen machen in der Regel bereits entstandene und mehrfach angemahnte Forderungen gelten. Demgegenüber lag bei der Beauftragung von Lapixa noch keine fällige Hauptforderung vor. Diese wird erst durch das Rechtsteam berechnet. Erst Recht lag kein Verzug vor, da die Forderungen zuvor noch nicht geltend gemacht wurden. Aufgrund dieser forderungsbegründenden Tätigkeit ist die Erstattungsfähigkeit der Inkassogebühren für das erste Anspruchsschreiben fraglich.

Schadenersatz nach MFM

Der parallel geforderte Lizenzschaden stellt die weitaus größere Schadenposition dar. Für das genutzte Lichtbild wird auf Basis der „Bildhonorare der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing“ (MFM, 2018) ein Schadensersatz berechnet. Dieser wird bei einem fehlenden Bildquellennachweis verdoppelt. Voraussetzung für die Berechnung eines Schadens nach MFM ist stets, dass es sich um professionelle Fotos handelt, die vom Rechteinhaber auch lizenziert werden. Außerdem muss bei der Lizenzberechnung berücksichtigt werden, was ein vernünftiger Lizenznehmer bei einer regulären Lizenzierung bezahlt hätte. Die geforderten Lizenzen erscheinen enorm hoch.

Inkassoerlaubnis

Eine weitere und nicht unbedeutende Frage ist, ob die Lapixa GmbH überhaupt zur Rechtsberatung berechtigt ist. Eine Eintragung als Rechtsdienstleister ist hierfür nicht ausreichend. Die Abmahnung von Urheberrechtsverletzungen ist nach unserer Ansicht Rechtsanwälten vorbehalten und ist nicht von der Inkassoerlaubnis erfasst. Ob dies auch eine Auswirkung auf die Forderung nach Lizenzschäden hat, ist zu klären.

Spezialisten für Urheberrecht

Auch die aggressive Werbung von Lapixa ist ungewöhnlich. Es wird behauptet, man würde mit dem Abmahn-Service Zeit sparen. Außerdem sei ein Team von Rechtsexperten zusammengestellt, das sich auf das Urheberrecht und den schnellen Abschluss von Fällen spezialisiert hat. Man müsse nicht monatelang auf Ergebnisse warten. Auch die erfolgsgebundene Tätigkeit könnte gegen geltendes Recht verstoßen.

Gerne vertreten wir Sie bundesweit bei einer Abmahnung von Lapixa. Rufen Sie uns für eine kostenlose Erstberatung unter Telefon ☎ 07171 – 79 80 00 an oder schicken Sie uns ein ausgefülltes Kontaktformular. Wir beraten Sie, ob die Forderungen und der Schadenersatz berechtigt sind.

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