Kann man sich bei Filesharing-Abmahnungen selbst vertreten?


Nein. Zumindest nicht ohne abgeschlossenes Jurastudium und jahrelange Erfahrung mit der Abmahnindustrie. Filesharing-Recht ist ein Minenfeld. Verfassen juristische Laien ohne Kenntnis der Rechtslage im Urheberrecht ein Schreiben an die Abmahnkanzlei, so passieren Fehler, die sich nicht korrigieren lassen, wie z. B. folgende Aussagen:

  • Die Abmahnung ist nicht angekommen!
  • Zurückweisung der Abmahnung wegen fehlender Originalvollmacht
  • Ich habe nur heruntergeladen, nichts angeboten
  • Ich wusste nicht, dass Filesharing verboten ist.
  • Es waren meine Kinder, weiß ich doch nicht, was die so am PC machen
  • Ich war nicht zuhause
  • Meine Nachbarn benutzen mein WLAN auch
  • Jeder Besucher nutzt mein Internet
  • Abzocker, ich gehe zu Stern-TV

Letztendlich geht es darum, eine günstige Unterlassungserklärung abzugeben und juristisch genau zu argumentieren, warum weder eine Täter- noch eine Störerhaftung greifen könnte. Hierzu muss man die Rechtsprechung genau kennen. Abmahnkanzleien nehmen juristische Selbstversorger, die mit Halbwissen aus dem Internet argumentieren, gar nicht ernst. Es sind gerade diese Fälle, die von den hoch spezialisierten Abmahnanwälten intensiv bearbeitet werden, da sich Personen ohne Anwalt von anwaltlicher Rhetorik und Gerichtsentscheidungen beeindrucken lassen.

Ein juristischer Laie kann keine modifizierte Unterlassungserklärung erstellen, geschweige dann, juristisch korrekt argumentieren, warum eine Störerhaftung entfallen könnte. Eine Selbstvertretung bei Urheberrechtsverletzungen eignet sich daher nur für Leute, die grundsätzlich Bedienungsanleitungen ignorieren, sich gerne in der Badewanne fönen oder bei Besprechungen den Chef ständig verbessern.

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